Wenn alles 'funkt' /RFID

RFID-Chips ersetzen Preisschilder mit Strichcode - das spart Geld / Datenschützer warnen vor "Schnüffelchips"


Die Zeit der rosa verfärbten Socken und eingelaufenen Wollpullover ist bald vorbei. Einer der Schwerpunkte der CeBIT ist in diesem Jahr eine Technik, die nicht nur Kosten senkt und Arbeitsplätze überflüssig macht, sondern die vor allem Ehekrisen verhindert. Künftig erkennt die Waschmaschine selbst, ob sie mit weißen Baumwollsocken oder dunkelrotem Wollmischgewebe befüllt wurde, und stellt danach auto-matisch das richtige Waschprogramm ein. Und wenn ein emsiger Ehemann seine Tennissocken tatsächlich zusammen mit dem Lieblingspullover seiner Frau in die Trommel steckt, warnt künftig die Waschmaschine eindringlich vorm Drücken der Starttaste.Möglich machen dies so genannte RFID-Tags, kleine Funkchips auf dem Wäscheetikett. Sie senden zuvor gespeicherte Informationen über Radiowellen an den Computer in der Waschmaschine - und nichts läuft mehr ein. Die Funktechnik kann aber noch viel mehr. Dem Markt für "Radio Frequency In-dentification" (Radiofrequenz-Identifikation, kurz: RFID) sagen Experten in den nächsten Jahren ein immenses Wachstum voraus. Zwar gestand SAP-Chef Henning Kagermann auf der CeBIT ein: "RFID hebt noch nicht so ab wie von uns erwartet." Aber er verkündete auch gleich eine Kooperation mit dem Chip-Hersteller Intel. Gemeinsam wolle man die Nutzung der bisher noch nicht mit einheitli-chem Standard verfügbaren Technik vorantreiben. Dabei funkt es schon kräftig: Viele Skipässe oder Zugangskarten für Gebäude werden via Funkwellen gelesen. Auch die Tickets in der Londoner U-Bahn und sämtliche Bücher in der Bibliothek des Vatikan haben einen RFID-Chip. Die Eintrittskarten für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sollen ebenfalls damit ausgestattet werden. Mittelfristig sollen Funkchips den Strichcode ersetzen.
Große Handelskonzerne wie Wal-Mart oder Metro arbeiten daran. In der Lagerverwaltung hat Metro zum Beispiel nach eigenen Angaben die Kosten um 11 Prozent gesenkt mit der Einführung der RFIDTechnik, weil die Warenströme damit in den Lägern schneller kontrolliert werden können.Funketiketten nur auf die großen Paletten zu kleben, hieße aber, die Möglichkeiten der neuen Technik nicht auszuschöpfen. Die Funktechnik soll - zumindest nach dem Willen der Handelskonzerne - schnell in die Läden. Kassierer und
Kaufhausdetektive würden überflüssig, denn die Waren im Einkaufswagen müssten nicht mehr von Hand über einen Scanner gezogen werden. Es würde reichen, den vollen Wagen an einem Leseterminal vorbeizuschieben und anschließend per Plastikkarte zu bezahlen. Ein Computer wüsste jederzeit, wo sich jedes Marmeladenglas und jede Milchtüte befindet. Unbezahlt käme nichts aus dem Laden.Wie viele Jobs im Einzelhandel verloren gehen werden, mag keiner beziffern. Die Funktechnik sei "revolutionär", sagen Experten lediglich. Große Veränderungen seien deshalb absehbar. Als Jobkiller wird die RFID-Technik im Moment noch nicht angeprangert. Erst einmal haben sich die Datenschützer zu Wort gemeldet. "Schnüffelchips" nennen sie die funkenden Etiketten, denn das Konsumverhalten der Verbraucher ließe sich komplett überwachen.So witzelte etwa ein Mitarbeiter des Telematikanbieters Höft & Wessel als Bundeskanzler Gerhard Schröder den Stand des hannoverschen Unternehmens besuchte: "Wenn Sie demnächst zum Herrenausstatter gehen, verrät der Funkchip in Ihrem Kragen dem Verkäufer, dass Ihr Anzug schon drei Jahre alt ist. " Höft & Wessel baut mobile Erfassungsgeräte, die RFID-Chips lesen können, und erhofft sich nun gute Geschäfte damit.

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Bei ILFA war nicht nur das Logo neu. So gibt es Fortschritte bei optischen Leiterplatten, wo ILFA an BNIBF-Projekten beteiligt ist, und bei der Integration von RFID in Leiterplatten zur eineindeutigen, nichtmanipulierbaren Kennzeichnung. Leiterplattenhersteller und Bestücker können alle relevanten Daten auf dem RFID-Chip abspeichern. Zuletzt wird eine Leitung zerstört, sodass keine Änderungen mehr vorgenommen werden können. Die Unverwechselbarkeit wird durch die Chip-Nummer gewährleistet. Außerdem wurde in eine Horizontalgalvanik für die Direktmetallisierung von Durchkontaktierungen, in Doppelkopfbohrmaschinen von Schmoll, LDI-Belichter von Orbotech, ATG-Fingertester mit Softtouchnadeln und eine IR-Trocknung von Beltron investiert. Als Besonderheiten werden wassergekühlte Leiterplatten, Kantenmetallisierung sowie die Lochverfüllung mit Ag angeboten.

Geschäftsführender Gesellschafter Manfred Jähnert, Geschäftsführer Walter Süllau und Entwicklungsleiter Alexander Süllau (von links) ILFA Feinstleitertechnik, Lohweg 3, D-30559 Hannover, Tel. 0511/95955, info@ilfa.de, www.ilfa.de