Wieso, Weshalb, Warum

... hilft ein akustisches Signal gegen verbotene Kopien?


Wasserzeichen sind uns allen von Geldscheinen her bekannt. Hält man einen Schein gegen das Licht, so erscheint ein sonst unsichtbares Bild. Das Wasserzeichen soll das Geldfälschen verhindern. Wie fürs Auge gibt es Wasserzeichen auch fürs Ohr. Im akustischen Fall ist im Musiksignal ein zusätzliches unhörbares Signal versteckt, das ein Original kennzeichnet und mit einer besonderen Technik wieder ausgelesen werden kann. Lädt sich etwa der Kunde beim Kauf über Internet eine Musik oder ein Hörbuch herunter, so erhält er eine Kopie, die zusätzlich mit seinem Namen als Wasserzeichen versehen ist. Beim Vervielfältigen gelangt das heimliche Signal auf alle weiteren Kopien. Solche Raubkopien können leicht erkannt werden und nennen sogar den Käufer, der die rechtmäßig erworbene Musik weitergegeben hat.Das akustische Wasserzeichen soll das widerrechtliche Kopieren verhindern. Dieses wurde für die Musikkonzerne durch die digitale Aufzeichnung der Musik auf CD und MP3 zum Problem, denn solche Musik lässt sich im Gegensatz zur analog aufgezeichneten (Schallplatte, Tonband) ohne Qualitätseinbuße beliebig häufig vervielfältigen. Die Schwierigkeit beim Einfügen eines Wasserzeichens ist, dass es zum einen die Musik nicht beeinträchtigen darf, zum anderen soll es nicht beseitigt werden können.Hier liefern sich Piraten und Hersteller einen ständigen Kampf. Das Fraunhofer Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme IPSI in Darmstadt hat jetzt eine neue Technik entwickelt, um Audiodateien fälschungssicher zu kennzeichnen. Sie ist besonders für. im MP3-Format aufgezeichnete Musik geeignet. Die genaue Wirkungsweise haben die Forscher nicht veröffentlicht, man kann sie sich aber zurechtlegen: Bei MP3-Aufzeichnungen werden, um möglichst
viel Musik in möglichst wenig Speicher ablegen zu können, alle Anteile des Musiksignals entfernt, die das
menschliche Ohr nicht wahrnehmen kann. Liegen etwa zwei Töne in ihrer Tonhöhe sehr nahe beieinander, kann das Ohr sie nicht mehr trennen. Wir empfinden sie als einen, etwas lauteren Ton. Auch leisere Töne im Frequenzband dicht bei einem lauten Ton entgehen dem Gehör, ebenso ganz tiefe und ganz hohe Töne. Bei MP3 sind alle diese Töne entfernt worden, in die Lücken wird das Wasserzeichen eingestreut. Die von seinen Daten hervorgerufenen Geräusche sind für uns genauso unhörbar. Vermutlich wird die im Vergleich zur Musik nur sehr geringe Datenmenge des Wasserzeichens zusätzlich in einer Art aufgezeichnet, die es erlaubt, sie auch noch zu erkennen, wenn sie sehr schwach ist. Dazu bietet sich ein Verfahren an, das selbst schwächste Signale von Raumsonden auswerten kann, die im Rauschen völlig verschwinden. Auf Dauer wird jedoch auch dieses Verfahren die Piraten nicht stoppen können. Sie werden Wege finden, es zu knacken. Nur macht das neue Urheberrechtsgesetz en bislang oft sportlich geführten Kampf mit den Herstellern zur Straftat. Es verbietet ausdrücklich die Beseitigung von Kennzeichnungen.
haz/7.5.05/käs