Aufbau und Inhalt eines Pflichtenheftes

In einem Pflichtenheft sollen die im Folgenden erklärten Eckdaten enthalten sein.

  1. Anforderung an ein Produkt

    In diesem Teil des Pflichtenheftes wird anhand verschiedener Eckdaten definiert, was das zukünftige Produkt können soll. Dabei werden die Eckdaten in drei Klassen gegliedert:
    1. "Muss"-kriterien: Die wichtigste Klasse ist dabei die Klasse mit den "Muss"-kriterien. Diese geben vor, was das Produkt unbedingt können muss. Auf diesen Kriterien basieren später die Tests des Produktes.
    2. "Kann"-kriterien: Eine schwächere Klasse ist die Klasse der "Kann"-kriterien. Kriterien dieser Klasse geben "Charaktereigenschaften" an, die das Produkt optimal haben kann. Das Produkt kann ohne die Erfüllung eines dieser "Kann"-kriterien funktionieren.
    3. Abgrenzungs"-kriterien: Die letzte Klasse gibt an, welche Charaktereigenschaften das Produkt nicht haben soll.

  2. Einsatzgebiet des Produktes

    In diesem Teil soll das Anwendungsgebiet definiert werden, also was mit dem Produkt gemacht werde soll. Weiterhin ist wichtig, die entsprechende Benutzergruppe (Laie, Profi) anzugeben. Ferner ist es sinnvoll, sich vorher darüber Gedanken zu machen, unter welchen Betriebsbedingungen das Produkt später laufen soll, beispielsweise, ob das Produkt...

  3. Produktumgebung

    In diesem Teil des Pflichtenheftes muss festgehalten werden, ob und wie das neue Gerät integriert werden muss, um mit bestehenden Anlageteilen kompatibel zu sein.

  4. Leistungen des Produktes

    Hier muss beschrieben werden, an welchen Leistungsparametern (z.B.: Belastbarkeit,...) das Produkt gemessen werden soll. Dieser Teil des Pflichtenheftes dient weiterführend als Grundlage für diverse Tests. Unter den Leistungen wird auch verstanden, in welchem Zeitrahmen das Produkt fertig gestellt werden muss.

  5. Tests

    Hier ist anzugeben, wie das Produkt nach Fertigstellung auf die vereinbarten Funktionen, Eigenschaften und Qualitätsmerkmale hin geprüft werden soll. Mit den in 1 und 4 genannten Kriterien and Qualitätsbestimmungen können konkrete Testfälle durchgetestet werden.

  6. Ergänzungen / Anmerkungen

    Der letzte Teil des Pflichtenheftes dient dazu, dass sowohl der Kunde als auch der Auftragnehmer Anmerkungen anfügen kann, die so in keinen anderen Punkt hineinpassen. (z. B. Wünsche des Kunden nach bestimmten Herstellern)
    Das Pflichtenheft ist wesentlicher Bestandteil des Dienstleistungsvertrages. Wird nicht zusätzlich zum Pflichtenheft noch ein Vertrag aufgesetzt, ist das Pflichtenheft die Vertragsgrundlage für die Dienstleistung. Dann muss natürlich im Pflichtenheft ein Punkt mit den vertraglichen Bedingungen eingefügt werden. Hierzu zählen dann z.B. der Preis des Produktes, spezielle Lieferbedingungen usw..